Aufklärung

Auf ein Wort: Wenn Sie den Begriff „Behinderung“ hören, fallen Ihnen bestimmt sofort Rollstuhlfahrer ein, vielleicht noch blinde Menschen. Wer aber bringt schon Asthmatiker oder Diabetiker, gehörlose Menschen oder psychisch behinderte
Menschen mit diesem Wort in Verbindung?

Radio B.H.R. e.V. fordert, dass alle Arten von Behinderung wahrgenommen werden. Die behinderten brauchen Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung und Gleichstellung statt Diskriminierung. Das gelingt auf Dauer nur, wenn die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Behinderung gestärkt wird.

Deshalb der Radio B.H.R. e.V.-Aufruf:

Jeder muss sich bewusst werden, was es für Betroffene bedeutet, eine Behinderung zu haben.

Radio B.H.R. e.V. beschreibt Ihnen, wie vor allem unsichtbare Behinderungen die Integration dieser Menschen erschweren, und welche Hindernisse wir dabei gemeinsam überwinden müssen.

Handicap – oft nicht sichtbar Es gibt Behinderungen, die deutlich sichtbar sind. In erster Linie zählen dazu die körperlichen Behinderungen.

Radio B.H.R. e.V. sagt Ihnen:

Das ist nur die eine Seite der Wahrheit. Viele Behinderungen lassen sich auf den ersten Blick nicht als solche erkennen. Dazu gehören insbesondere Gehörlosigkeit, psychische Erkrankungen oder chronische Krankheiten. Ein ernstes Kapitel, das sich nur durch Ihre Aufmerksamkeit erhellen lässt.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hängen die meisten Behinderungen mit Funktionseinschränkungen innerer Organe, der Wirbelsäule und der Gliedmaßen zusammen.

Die Arten der Behinderung, aufgeteilt nach den wesentlichen Gruppen: Beeinträchtigung der Funktion von inneren Organen beziehungsweise Organsystemen
= 26,1 %; geistig-seelische Behinderungen = 14,9 %; Funktionseinschränkungen der
Gliedmaßen = 14 %; Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule und des Rumpfes sowie Deformierung des Brustkorbs = 13 %; Blindheit, Sehbehinderung = 5 %;
Sprachstörungen, Taubheit, Schwerhörigkeit = 3,8 %; „Sonstige Behinderungen“ =
23,2 %.

„Gesundheit ist der Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen
Wohlbefindens.“ So definiert die Weltgesundheitsorganisation WHO Gesundheit. Alltäglich: Wenn Behinderungen nicht sichtbar sind, werden sie nicht als solche

erkannt.
Verständnis für das nicht Sichtbare> Die Lebenssituation eines Menschen mit einer nicht sichtbaren Behinderung wird wesentlich von den Reaktionen der Öffentlichkeit
und eigenen Ängsten geformt.

Wenn Sie das berücksichtigen, werden Sie manches Erlebnis besser verstehen, meint
Radio B.H.R. e.V.!.

So bedeutet zum Beispiel Gehörlosigkeit weit mehr als nicht hören können. Es fehlt eine ganz wesentliche Möglichkeit, Erfahrungen und Informationen aufzunehmen. Alles, was ein hörender Mensch über das Gehör erfährt, bleibt dem Gehörlosen verwehrt.

Radio B.H.R. e.V. behauptet: Jeder kann dazu beitragen, dass sich gehörlose Menschen nicht ausgeschlossen fühlen. Die wichtigsten Regeln zur Kommunikation: Blickkontakt, deutliches – nicht lautes – Sprechen mit betontem Mundbild sowie die Verwendung natürlicher Gesten. So lässt sich das Gesprochene vom Mund ablesen. Weil wir zu wenig über nicht sichtbare Behinderungen wissen, können wir zum Beispiel auch Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen oder Hyperaktivität nur schlecht einordnen und nicht gut damit umgehen. Missverständnisse sind die Folge.

Daraus entwickeln sich bei den Betroffenen Aggression, Rückzug und Flucht in die
Krankheit oder Isolation. Die Symptome verschlimmern sich.
Deshalb möchte Radio B.H.R. e.V. Ihr Bewusstsein für die nicht sichtbaren
Behinderungen schärfen. Übrigens: Es lässt sich nur vermuten, wie sehr ein nicht sichtbar behinderter Mensch darunter leidet, dass er vermehrt von Verständnis
ausgeschlossen ist.

Spannungsfeld: Nicht sichtbar behinderte Menschen geraten leicht in die Isolation. Über Behinderung reden Menschen mit einer nicht sichtbaren Behinderung bewegen sich im Spannungsfeld zwischen dem „Sichverbergen“ hinter der scheinbaren
„Normalität“ und dem Bedürfnis, über die eigene Behinderung offen zu sprechen. So
verbergen zum Beispiel an Multipler Sklerose erkrankte Menschen ihre Krankheit nicht selten; sie bekennen sich erst dazu, wenn die Symptome deutlich sichtbar werden.

Radio B.H.R. e.V. fragt Sie: Liegen wir nicht oft völlig falsch mit unserer Einschätzung, wenn ein nicht sichtbar behinderter Mensch etwas nicht so tut, wie wir es erwarten? Denken wir dann nicht allzu oft „Der will nur nicht“, obwohl er gar nicht kann? Solche Missverständnisse sind in der Schule und im Arbeitsleben besonders fatal. Sehr belastend von den Betroffenen werden auch Irritationen bei Ämtern aller Art und in öffentlichen Verkehrsmitteln empfunden. Menschen mit äußerlich nicht sofort erkennbaren Schädigungen der Sinnesorgane erleben das häufig.

 

„Ich werde als arrogant, unhöflich oder stupid eingestuft und finde dann keine Möglichkeit, darauf sinnvoll zu reagieren.“ Radio B.H.R. e.V. will erreichen, dass solche Erlebnisse mit Ihrer Hilfe nicht mehr vorkommen. Umgang: Missverständnisse werden dann zu Problemen, wenn nicht darüber gesprochen wird. Ursachen kennen Die Ursachen für eine Behinderung sind vielfältig: Arbeits-, Verkehrs-, Freizeit- oder häusliche Unfälle sind viel seltener der Grund als angenommen. Hätten Sie das gedacht? Die meisten Behinderungen werden durch Krankheiten verursacht. Doch auch hier gibt es Unterschiede.

Radio B.H.R. e.V. erklärt sie. So bestehen einige Behinderungen von Geburt an. Die Betroffenen lernen von Anfang an, damit umzugehen. Andere erkranken im Laufe der Jahre und sind dadurch gezwungen, ihr bisheriges Leben anders zu organisieren, vielleicht aber auch ein völlig anderes Leben zu führen. NA UND! liefert Ihnen die Fakten. Ursachen für Behinderungen: Kriegs-, Wehrdienst- oder Zivildienstschädigung
= 2,5 %; angeboren = 4,5 %; Unfälle (Arbeit, Verkehr usw.) und „Sonstiges“ = 7 %; Krankheiten (einschließlich Impfschäden) = 86 %.

Erfahrungen Radio B.H.R. e.V. möchte, dass Sie wissen, was Menschen zu hören bekommen, wenn sie Leuten erzählen, dass sie eine nicht sichtbare Behinderung haben oder chronisch krank sind. „Was, so jung und hübsch und so schwer krank?“ (Heredo-Ataxie / eine Störung des geordneten Zusammenwirkens ganzer Muskelgruppen) „Was haben Sie gemacht, dass Sie in jungen Jahren schon so krank
sein können?“ (Rheuma) „Was man nicht sieht, kann auch nicht weh tun!“ (Psoriasis / Schuppenflechte) „So!

Sie sehen aber ganz normal aus!“ (Epilepsie) „So schlimm ist es doch nicht, gesunde Kinder haben diese Unart doch auch.“ (Autismus / autistische Ichbezogenheit) „Beten Sie und suchen Sie sich einen neuen Mann.“ (Angstneurosen)

 

Fehlende Akzeptanz: Dann wird eine Behinderung zur doppelten Belastung.